09.06.2016|Karlsruhe

Rund 400 Teilnehmer informieren sich über Fördermöglichkeiten für den Mittelstand

L-Bank Wirtschaftsforum Ulm-Ostwürttemberg mit Gastrednerin Auma Obama

Talkrunde mit den Kammerpräsidenten Krimmer, Kulitz und Trinkl über nachhaltige Ökonomie und regionale Verantwortung

Ulm, 09.06.2016. Nachhaltige Ökonomie und die Frage, wie innovative Projekte und Wachstumskonzepte gezielt gefördert werden können, waren zwei der Schwerpunkte des Wirtschaftsforums Ulm-Ostwürttemberg. Rund 400 Unternehmer und Berater aus der gesamten Region waren am Donnerstag (09.06.2016) in das Ulmer Congress Centrum gekommen, um sich bei Vorträgen, Diskussionen, Workshops und Fachmesse in komprimierter Form nicht nur über aktuelle Fördermöglichkeiten der Mittelstandsfinanzierung zu informieren. Veranstalter des Wirtschaftsforums, das nach 2010 zum zweiten Mal in Ulm stattgefunden hat, war die L-Bank zusammen mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg, der Handwerkskammer Ulm sowie den Industrie- und Handelskammern Ulm und Ostwürttemberg.

In seiner Begrüßung hob der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der L-Bank, Dr. Ulrich Theileis, hervor, dass es der Wirtschaft in Baden-Württemberg gut ginge. „Mit 3,1 Prozent lag das Wachstum im vergangenen Jahr deutlich über dem Bundesdurchschnitt und die Arbeitslosenquote ist derzeit niedrig wie selten“, so Theileis. Gleichzeitig laste trotz aller wirtschaftlicher Erfolgsmeldungen ein zunehmender Veränderungsdruck auf den Unternehmen. Innovationen müssten daher unbedingt angeschoben und Investitionen getätigt werden. 

Die heimischen Firmen sieht er dabei schon auf einem guten Weg. Theileis: „Die Betriebe sind investitionsfreudig. Von den mehr als 3,2 Mrd. Euro, die wir im vergangenen Jahr an Förderdarlehen für die baden-württembergische Wirtschaft ausgereicht haben, flossen allein 300 Mio. Euro in die Region Ulm. Damit haben die Unternehmen Investitionsvorhaben in Höhe von 730 Mio. Euro angeschoben und zur Sicherung von über 25.000 Arbeitsplätzen beigetragen.“ Für ihn ist das nicht nur ein Beleg der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Region. „Es zeigt, dass sich die Unternehmen ihrer großen Verantwortung für den heimischen Standort bewusst sind“, so Theileis.

Um Verantwortung ging es auch im Impulsreferat von Dr. Auma Obama. In ihrem Vortrag entwarf die in Kenia lebende Journalistin und Autorin ein globales Bild über unternehmerisches Nachhaltigkeitsmanagement und die Verbindung von sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit. 

Talkrunde zur Verantwortung regionaler Unternehmen 

Ein herausforderndes Thema, das Joachim Krimmer (HWK Ulm), Dr. Peter Kulitz (IHK Ulm) und Carl Trinkl (IHK Ostwürttemberg) in der anschließenden Talkrunde vor allem mit regionalem Bezug diskutierten. In dem vom Ulmer Wirtschaftsjournalisten Alexander Bögelein moderierten Gespräch hoben die Kammerpräsidenten das ureigene Interesse hervor, aus dem heraus der Mittelstand ökonomisch nachhaltig wirtschaften müsse und auch würde. 

Dabei, so Kulitz, liege es in der Natur der Sache, „dass die Familienunternehmer im Interesse ihres Unternehmens, der mit ihm oftmals langjährig verbundenen Mitarbeiter und besonders auch ihrer Kinder nachhaltig handeln.“ Für den Ulmer IHK-Präsidenten vereinen die Familienunternehmen Eigentum, Risiko und Kontrolle in einer Hand. Folglich werde auch weitsichtig gehandelt. Kulitz ergänzt: „Man denkt in Generationen. Was unsere Väter und Großväter aufgebaut haben, will man für Kinder und Enkelkinder erhalten und weiterentwickeln, um es in einem guten Zustand übergeben zu können." 

Für den Ulmer Handwerkskammerpräsidenten Krimmer ist der Mittelstand dabei das Herz der heimischen Wirtschaft und zugleich deren Zukunft. Krimmer: „Mittelständische und inhabergeführte Betriebe sind zentral für unsere Region. Sie sichern Ausbildung, Beschäftigung und die Versorgung der Bevölkerung.“ Zugleich betonte Krimmer die Herausforderungen der Zukunft. „In den kommenden fünf Jahren stehen allein fast 2.000 Handwerksbetriebe zwischen Jagst und Bodensee für Nachfolger zur Verfügung. Gerade für junge Menschen ist das eine riesige Chance.“ 

Dass das Gelingen der Stabübergabe auch in vielen tausend IHK-Unternehmen eine der Grundvoraussetzungen für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft ist, machte der Heidenheimer Kammerpräsident Trinkl deutlich: „Die Nachhaltigkeit eines Wirtschaftsstandorts setzt auch voraus, dass wir es schaffen, den Generationswechsel in den Betrieben erfolgreich zu begleiten. Gelingt dies, so sind die neuen Ideen der Nachfolger, verknüpft mit den vorhandenen Stärken in den Betrieben die Mixtur für die künftige Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts.“

Workshops für Unternehmer

Wie das Projekt Unternehmensnachfolge in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann, erfuhren die Teilnehmer in den fünf Unternehmer-Workshops des Wirtschaftsforums. Berater der Kammern erläuterten hierbei ihre jeweiligen Programme und speziellen Servicepakete. Um konkrete Finanzierungsstrategien und Fragen der Mittelstandsfinanzierung ging es bei den weiteren vier Workshops. Anhand von aktuellen Beispielen stellten Förderexperten der beteiligten Banken sowie Firmeninhaber aus der Region beispielsweise vor, wie Innovationen gestaltet und mit Fördermitteln finanziert werden können oder wie die Finanzierung eines Management Buy-out sowie die Eigenkapitalpartnerschaft in mittelständischen Unternehmen aussehen kann. Nicht zuletzt wurden auch die besonderen Finanzierungsmöglichkeiten zur Entwicklung im ländlichen Raum erläutert. 

Berater-Kolloquium zu den Trends der Wirtschaftsförderung

Bereits am Morgen hatten sich 80 Steuerberater, Unternehmensberater und Finanzierungsfachleute zu einem Experten-Kolloquium getroffen, um gemeinsam mit Guy Selbherr, Vorstand der Bürgschaftsbank und Geschäftsführer der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg, und Walter Weik, Generalbevollmächtigter der L-Bank, über aktuelle Trends in der Mittelstandsfinanzierung zu diskutieren. Ein besonderes Augenmerk legten die beiden Förderexperten dabei auf den Aspekt Innovation und Innovationsförderung. Kein Wunder, schließlich ist Baden-Württemberg laut Innovationsindex des Statistischen Landesamtes noch immer die Region in Europa mit der höchsten Innovationsfähigkeit und mit einem Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung von 4,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt absoluter Spitzenreiter in Deutschland.

Messe und Institutionen-Pitch

Dass sich junge Start-Up Unternehmen potentiellen Geldgebern in Elevator-Pitches vorstellen und binnen weniger Minuten von ihrem Projekt überzeugen müssen, hat sich inzwischen auf vielen Veranstaltungen etabliert. Beim Institutionen-Pitch in Ulm funktionierte es dieses Mal jedoch genau anders herum. Unter der Moderation des Poetry-Slam-Künstlers Tobias Borke stellten sich mit Baden-Württemberg International, Commerzbank, Deutsche Bank und Steinbeis vier der mehr als 20 Aussteller der begleitenden Messe den Unternehmern vor, um diesen in jeweils fünf kurzweiligen Minuten die optimalen Fördermöglichkeiten darzulegen. 

Hintergrund: Die L-Bank Wirtschaftsforen werden seit 2006 jährlich in wechselnden Regionen des Landes ausgerichtet. In Ulm fand das Wirtschaftsforum zuletzt 2010 statt. Die gemeinsam mit der Bürgschaftsbank und den regionalen Wirtschaftskammern organisierten Veranstaltungen dienen als Plattformen des Dialogs zwischen mittelständischen Unternehmen, Banken und Beratern. Ziel ist die neutrale und praxisorientierte Beratung zu Finanzierungsfragen des Mittelstands.

Pressefotos finden Sie ab dem 10. Juni 2016 unter
www.l-bank.de/presseinformationen

Presse-Information Wirtschaftsforum Ulm-Ostwürttemberg

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